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– KÖLN (MedCon) – Dass es in Zeiten zunehmenden Wettbewerbs notwendig ist, sich offensiv um neue Patienten zu bemühen, haben die meisten Ärzte verinnerlicht. Allerdings setzen viele dabei auf das falsche Pferd, wie eine Umfrage des Online-Empfehlungsportal KennstDuEinen.de und des Verbands der deutschen Internetwirtschaft ergeben hat.
So vertrauen der Studie zu Folge drei Viertel der Ärzte auf klassische Werbung wie Anzeigen und Verzeichniseinträge, mehr als jeder zweite Praxisinhaber hofft auf die Wirkung von Werbung im Internet. Dabei kommen nur wenige neue Patienten aufgrund dieser Maßnahmen in die Praxis, die überwiegende Mehrheit (83 %) der neuen Kunden sucht die Praxis aufgrund von persönlichen Empfehlungen auf. Aber nicht einmal drei Prozent der Ärzte bitten laut der Studie ihre Patienten um eine persönliche Weiterempfehlung im Freundes- und Bekanntenkreis.
Und noch ein weiteres Manko des Praxismarketings deckte die Studie auf: Praktisch alle Arztpraxen verwalten ihre Patientendatenbank per Computer, aber nur knapp ein Fünftel (19 %) speichert auch die E-Mail-Adressen der Patienten. Und noch weniger Praxisinhaber (10 %) versenden elektronische Post an ihre Patienten, um beispielsweise auf zusätzliche Leistungen aufmerksam zu machen.
"Viele Ärzte setzen auf die falschen Pferde, um dem zunehmenden Druck durch Maßnahmen zur Gewinnung neuer Privatpatienten entgegenzuwirken" analysiert KennstDuEinen.de-Geschäftsführer Carsten Schmidt: "Statt zufriedene Patienten für Weiterempfehlungen zu gewinnen und statt interaktiver Online-Kommunikation wird das Geld in plakative Werbung gesteckt, die nachweislich kaum etwas bringt."
Quelle: eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., Pressemitteilung vom 20.05.2008
HAMBURG (MedCon) - Nachdem die Stiftung Gesundheit bereits darauf aufmerksam gemacht hatte, dass viele Arzthomepages mangelhaft sind (wir berichteten), hat die Stiftung nun in einer Studie festgestellt, dass bereits 7,2 Prozent aller Arzthomepages abgemahnt wurden. Oftmals ist ein fehlendes oder unzureichendes Impressum der Grund. Die Abmahngebühren betragen laut Stiftung Gesundheit rund 1000 Euro. Hochgerechnet auf die rund 107.000 bestehenden Arzthomepages seien bisher etwa 8000 abgemahnt worden, der
Gesamtschaden betrage rund acht Millionen Euro.
Auf dem 9. Deutschen Medizinrechtstag am 19. und 20. September in Erfurt berichten Rechtsanwältin Dr. Wiebke Baars und Dr. Peter Müller, Vorstand der Stiftung Gesundheit, über Probleme bei der Homepagegestaltung. Das Programm und die Anmeldung sind abrufbar unter: www.stiftung-gesundheit.de in der Rubrik "Medizinrecht".
HAMBURG (MedCon/dk) - Fast die Hälfte der Arzt-Homepages in Deutschland hat rechtliche Mängel. Darauf macht die Hamburger Stiftung Gesundheit nach einer bundesweiten Stichprobe bei rund 160 Praxen aufmerksam. In 45,1 Prozent der Fälle etwa genügte das Impressum nicht den Anforderungen des Telemediengesetzes oder fehlte völlig. Die vorgeschriebenen Angaben zum Datenschutz boten lediglich 18,8 Prozent der Homepages. Dies sei besonders ernst, wenn in die Homepage ein Kontaktformular oder eine anderweitige Antwort-Funktion integriert sei, da dann notwendigerweise Daten der User verarbeitet würden, erklärt die Stiftung. Andere Verbote nach Heilmittelwerbegesetz würden dagegen selten verletzt.