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– DÜSSELDORF (MedCon) - Die Organisation einer Arztpraxis umfasst heute eine Vielzahl von Anforderungen aus den verschiedensten Bereichen. Neben der Erfüllung der stetig wachsenden Anforderungen der Patienten als Kunden sind gleichzeitig die wirtschaftlichen Zielsetzungen der Arztpraxis zu verfolgen, um sich in einem immer stärker werdenden Wettbewerb optimal positionieren zu können.
Ein wesentliches Problem besteht jedoch oftmals darin, dass klare Praxisstrategien nicht festgelegt, Erfolgsfaktoren nicht analysiert und weiterentwickelt werden sowie das verfügbare Angebot der Praxis nicht ausreichend berücksichtigt wird. Dies ist allerdings erforderlich, um die wirtschaftliche Existenz nicht nur zu fördern, sondern auch zu sichern.
Ein sehr geeignetes Hilfsmittel und Steuerungsinstrument für die Umsetzung einer langfristigen Strategieplanung und zur Realisierung der Praxisziele ist die Balanced Scorecard („ausgewogener Berichtsbogen“). Sie ermöglicht es dem Arzt, den aktuellen Leistungsstand jederzeit zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren.
Die Balanced Scorecard weist eine Reihe von Kennzahlen auf, die in ausgewogener Art dargestellt werden. Dadurch ist ein Soll/Ist–Vergleich zwischen den geplanten und den erzielten Werten möglich. Ziel ist es, diese Kennzahlen zur
- Kundenzufriedenheit,
- Effizienz der Geschäftsprozess
- und Qualität der Mitarbeiter
in ein Verhältnis zu den finanziellen Kennzahlen zu stellen. Dadurch kann eine Bewertung erfolgen, ob die bisherigen Maßnahmen eines vorangegangenen Zeitraums tatsächlich zur Verbesserung der Praxissituation beigetragen haben.
Durch den Einsatz einer Balanced Scorecard können die ärztliche Leitung und die Mitarbeiter zudem motiviert werden, die festgelegten Strategien auch engagiert umzusetzen. Durch das dabei verwendete Kennzahlensystem können die Zielvorgaben transparenter und somit verständlicher dargestellt werden.
Die Entwickler der Balanced Scorecard, Robert S. Kaplan und David P. Norton, haben vier verschiedene Perspektiven eingeführt, aus deren Blickwinkel die Aktivitäten einer Arztpraxis als Unternehmen bewertet werden können:
- Finanzperspektive (Wie sehen die aktuellen wirtschaftlichen Ergebnisse im Vergleich zu denen früherer Aktivitäten aus?)
- Kundenperspektive (Wie sehen uns unsere Kunden/Patienten?)
- Prozessperspektive (Wie gut oder schlecht sind die internen Prozesse in Hinblick auf Zeit, Qualität und Kosten?) und
- Lern- und Innovationsperspektive (Wie stärken wir unsere Fähigkeit, uns zu verändern und zu verbessern?).
Der erste Schritt zur Entwicklung einer Balanced Scorecard besteht darin, ein strategisches Ziel für eine der Perspektiven zu entwickeln. Mit der konkreten Definition der erforderlichen Maßnahme(n) wird dann festgelegt, wie das definierte strategische Ziel erreicht werden soll. Im Anschluss daran werden Kennzahlen benannt, die aus konkreten Zielgrößen bestehen. Nur so kann später ein effektiver Soll/Ist–Vergleich durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass die Kennzahlen das strategische Ziel der Arztpraxis abbilden. In regelmäßigen Abständen ist dann eine Bewertung durchzuführen, indem die aktuell ermittelten Werte mit den jeweils festgelegten Kennzahlen verglichen werden. Ziel ist es, die Umsetzung der einzelnen Praxisstrategien anhand des Kennzahlensystems aus den Perspektiven Finanzen, Kunden, Prozesse und Mitarbeiter umfassend beurteilen zu können.
Die aus der Balanced Scorecard abgeleiteten Ergebnisse ermöglichen es dem Arzt, Fehlentwicklungen in seinem Unternehmen frühzeitig zu erkennen und entgegenzuwirken. Gleichzeitig können auch eine überdurchschnittliche Entwicklung erkannt und dadurch die zugrundeliegenden Strategien angepasst beziehungsweise optimiert werden. Darüber hinaus kann die Balanced Scorecard als sinnvoller Bestandteil in ein QM-System implementiert werden, indem sie zur Umsetzung der Anforderungen „Verantwortung der Leitung“ (Kapitel 5 DIN EN ISO 9001:2000) eingesetzt wird.
Autor:
Henning A. Goebel
Informationen:
optimed
Impulse für Medizin-Berufe GmbH
web: www.optimed-duesseldorf.com
12th Biennial Meeting of the International Gynecologic Cancer Society mehr
HAMBURG (MedCon) - Nachdem die Stiftung Gesundheit bereits darauf aufmerksam gemacht hatte, dass viele Arzthomepages mangelhaft sind (wir berichteten), hat die Stiftung nun in einer Studie festgestellt, dass bereits 7,2 Prozent aller Arzthomepages abgemahnt wurden. Oftmals ist ein fehlendes oder unzureichendes Impressum der Grund. Die Abmahngebühren betragen laut Stiftung Gesundheit rund 1000 Euro. Hochgerechnet auf die rund 107.000 bestehenden Arzthomepages seien bisher etwa 8000 abgemahnt worden, der
Gesamtschaden betrage rund acht Millionen Euro.
Auf dem 9. Deutschen Medizinrechtstag am 19. und 20. September in Erfurt berichten Rechtsanwältin Dr. Wiebke Baars und Dr. Peter Müller, Vorstand der Stiftung Gesundheit, über Probleme bei der Homepagegestaltung. Das Programm und die Anmeldung sind abrufbar unter: www.stiftung-gesundheit.de in der Rubrik "Medizinrecht".
HAMBURG (MedCon/dk) - Fast die Hälfte der Arzt-Homepages in Deutschland hat rechtliche Mängel. Darauf macht die Hamburger Stiftung Gesundheit nach einer bundesweiten Stichprobe bei rund 160 Praxen aufmerksam. In 45,1 Prozent der Fälle etwa genügte das Impressum nicht den Anforderungen des Telemediengesetzes oder fehlte völlig. Die vorgeschriebenen Angaben zum Datenschutz boten lediglich 18,8 Prozent der Homepages. Dies sei besonders ernst, wenn in die Homepage ein Kontaktformular oder eine anderweitige Antwort-Funktion integriert sei, da dann notwendigerweise Daten der User verarbeitet würden, erklärt die Stiftung. Andere Verbote nach Heilmittelwerbegesetz würden dagegen selten verletzt.