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Das Besondere sichtbar machen

Foto: DAK/Wigger
Foto: DAK/Wigger

14.04.2008 – DÜSSELDORF (MedCon) – „Marketing für die Arztpraxis? Für meine Arztpraxis? Nein, das ist nichts für mich“, hört man viele Kollegen sagen.

Dafür werden immer wieder die gleichen drei Gründe angeführt: Erstens: „Wenn ich als Arzt gut bin, dann kommen die Patienten auch so zu mir.“ Zweitens: „Patienten wollen keine billige Reklame.“ Drittens: „Marketing ist teuer und rechnet sich unter dem Strich nicht.“

Diese Argumente mögen vor 30 Jahren stichhaltig gewesen sein – heutzutage sind sie es ganz sicher nicht mehr. Denn der Gesundheitsmarkt wird – von der Politik so gewollt – immer mehr zu einem echten Markt. Und dort gibt es Wettbewerb. Und wo es Wettbewerb gibt, gibt es auch Gewinner und Verlierer. Heute werden die Weichen gestellt, zu welcher Gruppe die betreffende Arztpraxis in fünf Jahren gehören wird.

Die Argumente der Marketing-Kritiker lassen sich einfach entkräften:

Erstens: Dass Sie als Arzt gut sind, ist für Ihre Patienten eine Selbstverständlichkeit. Dass der Kfz-Mechaniker Ihr Auto wirklich reparieren kann und ein Pilot das Flugzeug wirklich landen kann, wird nur noch in den seltensten Fällen beklatscht – oder suchen Sie Ihre Airline wirklich nach der Frage aus, ob die Piloten fliegen gelernt haben? Den meisten Menschen bleiben ganz andere Dinge in Erinnerung: „Wie einfach war die Buchung? Hatte die Maschine Verspätung? Wie freundlich war der Service? Wie gut war das Essen?“ Die Beurteilung der Qualität einer Arztpraxis läuft längst nach dem selben Schema ab.

Zweitens: Marketing ist in Wahrheit viel mehr als nur Werbung. Marketing bedeutet, das Besondere an Ihrer Praxis sichtbar zu machen und sich von den Wettbewerbern zu unterscheiden. Dabei spielt natürlich der Leistungsumfang Ihrer Praxis (und die Art und Weise wie Sie diesen an die – potenziellen – Patienten kommunizieren) eine besondere Rolle. Mindestens genauso wichtig für ein modernes Praxis-Marketing ist allerdings die Service-Qualität für die Patienten, denn diese sind schon längst zu Gesundheits-Kunden geworden.

Die einfache Terminvereinbarung, die fachlich kompetente und freundliche Kommunikation der Mitarbeiter und die Wartezeit in der Praxis sind hierbei die wesentlichen Parameter. Früher war man nur ein guter Arzt, wenn der Patient mindestens zwei Stunden warten musste. Mal im Ernst: Würden Sie es sich von Ihrem Friseur gefallen lassen, trotz Terminvereinbarung zwei Stunden warten zu müssen? Nein, natürlich nicht. Sie würden zu einem anderen Friseur gehen!

Drittens: Das wichtigste Praxismarketing ist kostenlos! Eine gute Organisation und die Freundlichkeit der Mitarbeiter kosten keinen Cent. Im Gegenteil: Von einem reibungslosen Praxisablauf profitieren nicht nur Ihre Patienten. Auch die Mitarbeitermotivation steigt, Sie selbst sind weniger gestresst und am Ende werden sogar Kosten eingespart. Natürlich muss man ein paar Euro aufbringen, um eine professionelle Praxis-Homepage oder eine Praxis-Broschüre gestalten und drucken zu lassen. Aber das sind gute Investitionen in die Zukunft.

Deshalb ist die Frage schon längst nicht mehr: Sollte ein Arzt so etwas überhaupt machen? Die Frage ist: Machen Sie es auch oder überlassen Sie das Feld den Wettbewerbern?

Als Ärzte müssen wir begreifen, dass wir Dienstleister sind. Genauso wie der Gastronom oder Hotelier, der Friseur oder die Kosmetikerin, der Versicherungsmakler oder der Bankberater. Und als solche Dienstleister sollten wir auch die Basics des Dienstleistungsmarketings, wie sie in anderen Branchen seit Jahrzehnten üblich sind, beachten. Denn das Rad muss nicht neu erfunden werden.


Henning A. Goebel
optimed - Impulse für Medizin-Berufe GmbH
web: www.optimed-duesseldorf.com

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Kurzmeldungen
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    8000 Arzthomepages abgemahnt

    HAMBURG (MedCon) - Nachdem die Stiftung Gesundheit bereits darauf aufmerksam gemacht hatte, dass viele Arzthomepages mangelhaft sind (wir berichteten), hat die Stiftung nun in einer Studie festgestellt, dass bereits 7,2 Prozent aller Arzthomepages abgemahnt wurden. Oftmals ist ein fehlendes oder unzureichendes Impressum der Grund. Die Abmahngebühren betragen laut Stiftung Gesundheit rund 1000 Euro. Hochgerechnet auf die rund 107.000 bestehenden Arzthomepages seien bisher etwa 8000 abgemahnt worden, der
    Gesamtschaden betrage rund acht Millionen Euro.
    Auf dem 9. Deutschen Medizinrechtstag am 19. und 20. September in Erfurt berichten Rechtsanwältin Dr. Wiebke Baars und Dr. Peter Müller, Vorstand der Stiftung Gesundheit, über Probleme bei der Homepagegestaltung. Das Programm und die Anmeldung sind abrufbar unter: www.stiftung-gesundheit.de in der Rubrik "Medizinrecht".

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    Arzt-Homepages oft mangelhaft

    HAMBURG (MedCon/dk) - Fast die Hälfte der Arzt-Homepages in Deutschland hat rechtliche Mängel. Darauf macht die Hamburger Stiftung Gesundheit nach einer bundesweiten Stichprobe bei rund 160 Praxen aufmerksam. In 45,1 Prozent der Fälle etwa genügte das Impressum nicht den Anforderungen des Telemediengesetzes oder fehlte völlig. Die vorgeschriebenen Angaben zum Datenschutz boten lediglich 18,8 Prozent der Homepages. Dies sei besonders ernst, wenn in die Homepage ein Kontaktformular oder eine anderweitige Antwort-Funktion integriert sei, da dann notwendigerweise Daten der User verarbeitet würden, erklärt die Stiftung. Andere Verbote nach Heilmittelwerbegesetz würden dagegen selten verletzt.