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Therapie von Harnwegsinfekten: Vaginalmykosen vermeiden

27.07.2010 (BIERMANN) – Die Vaginalmykose stellt eine der häufigsten Neben­wirkungen einer Antibiotikatherapie bei Harn­wegsin­fekten (HWI) dar. Je länger die Antibiose dauert, umso größer ist das Risiko, aufgrund des gestörten Scheidenmilieus an einem Scheidenpilz zu erkran­ken. Pflanzliche Antibiotika können eine Alternative darstellen.

"Um dies zu vermeiden, ist bei unkomplizierten Harnwegsinfekten eine alterna­tive Therapie mit Senf­ölen aus Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwur­zel in kombinierter Form sinnvoll", so der Urologe Dr. Andreas Lucas, Dietzenbach. Die Senföle haben ein breites antibakterielles Wirkspektrum, schädigen im Gegensatz zu den Antibiotika aber nicht die Va­gi­nalflora. Auch den immer mehr zunehmenden Anti­biotikaresistenzen kann so wirkungsvoll begegnet werden. Denn im Gegensatz zu chemischen Antibio­tika ist für die Senföle auch nach Langzeittherapie bisher keine Resistenzentwicklung bekannt.

Senföle sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen zu ihrem eigenen Schutz, etwa vor Fraßschäden oder als Abwehr gegen pathogene Mikroorganismen produ­zieren. Wie verschiedene in-vitro-Studien am Universi­tätsklinikum Freiburg bele­gen, besitzen die Senfölgly­koside aus Kapuzinerkres­senkraut und Meerrettich­wurzel (ANGOCIN® Anti-Infekt N) ein breites antibak­terielles Wirkspektrum gege­nü­ber 13 klinisch relevan­ten bakteriellen Erregern, sogar gegen Problem­keime wie MRSA, Vancomycin-resistente Enterokokken oder
Penicillin-resistente Pneumokokken.

Wie die neueste Untersuchung belegt, zeigen sich keine wesentlichen Wirkungs-Unterschiede zwischen den multiresistenten und den korrespondierenden nicht-resistenten Phänotypen. Dies bedeutet, dass die Senfölglykoside aus ANGO­CIN® Anti-Infekt N auch bei Nachweis von resistenten bzw. multiresistenten Erregern eine Behandlungsoption
sein können.

Zusätzlich zu den bakteriellen Erregern reagierte auch die getestete Candida-Spezies sehr empfindlich auf das Pflanzengemisch Für die sehr emp­findli­chen Spezies war die MBK90 (mini­male bakteri­zide Konzentration) ver­gleichbar niedrig wie die MHK90 (minimale Hemmkonzentration). Dies weist bei entsprechenden Konzentrationen auf eine vollstän­dige Elimina­tion der Erreger schon bei gerin­gen Kon­zentrationen der Isothiocyanat-Mischung hin.

"Um bei der HWI-Therapie eine Induktion von Vagi­nalmykosen zu vermeiden und darüber hi­naus den zunehmenden Antibiotikaresistenzen ent­gegenzuwir­ken, stellen die Senföle hier eine sinnvolle und wirk­same Alternative zu chemi­schen Anti­biotika dar", so Lucas. Aufgrund ihrer gu­ten Verträg­lichkeit sind sie auch zur Prophylaxe von rezidivieren­den HWI gut ge­eignet. In diesen Fällen sei eine Dauertherapie mit Antibiotika wegen deren Ne­ben­wirkungen und der Induktion von Resistenzen nicht zu empfehlen. Wie eine 2006 abgeschlossene multizent­rische, randomi­sierte, Plazebo-kontrollierte Doppel­blindstudie belegt, kann rezidivierenden Infek­tionen der unteren Harn­wege mit dem pflanzlichen Antibiotikum ANGOCIN® Anti-Infekt N wirksam be­gegnet werden[4]. Im Ge­gensatz zu chemischen
An­tibiotika ist für das pflanzli­che Arzneimittel auch nach Langzeittherapie keine Resistenzentwicklung be­kannt.

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