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Aminvaginose: Behandlung mit Milchsäure-Gel

PD Dr. Andreas Clad (Foto: KadeFungin)
PD Dr. Andreas Clad (Foto: KadeFungin)

03.02.2010 – BERLIN (BIERMANN) – Anhaltende bakterielle Vaginosen sind durch den unangenehmen charakteristischen Fischodor für die Patientinnen sehr belastend. Zusätzlich zur kausalen antibakteriellen Therapie bewirkt die Behandlung mit einem Milchsäure-Gel eine dauerhafte Beseitigung der Aminvaginose und stabile Wiederansiedelung der Laktobazillen-Flora.

Bei Frauen mit Mischflora kann allein durch das Milchsäure-Gel die Scheidenflora wieder so normalisiert werden, dass Laktobazillen die Vaginosebakterien fernhalten.

Diese positiven Erfahrungen mit einem Milchsäure-Gel hat Privatdozent Dr. Andreas Clad von der Universitätsfrauenklinik in Freiburg in Form kasuistischer Berichte niedergelegt. Denn zu seiner Überraschung unterstützt ein Milchsäure-Gel im Gegensatz zu Zäpfchen die Ansiedlung der für die Normalflora der Scheide wichtigen Laktobazillen. Überzeugend war für den Frauenarzt in erster Linie der Fall einer 41-jährigen Patientin, die seit neun Monaten durch einen sehr störenden, ausgeprägt fischartigen Intimgeruch psychisch stark belastet war.

Die Patientin gab an, seit einem Jahr eine Mikropille zur Kontrazeption einzusetzen. Sie litt nicht an Lokalsymptomen wie Brennen oder Jucken. Die gynäkologische Untersuchung ergab vermehrt weißlich-blasigen Fluor bei einem pH-Wert von 5,5. Im mikroskopischen Bild zeigten sich sehr viele Schlüsselzellen (clue cells), keine Laktobazillen oder Leukozyten, entsprechend einer ausgeprägten Aminvaginose.

Unter einer zweiwöchigen Therapie hatte sich der Intimgeruch bereits deutlich verbessert und der pH-Wert auf 4,0 normalisiert. Schlüsselzellen waren nur noch vereinzelt auszumachen, dafür zeigten sich Epithelzellen sowie Laktobazillen und eine Mischflora.

Um die bakteriellen Erreger der Aminvaginose gänzlich auszuschalten, wurde eine 6-tägige Therapie mit metronidazolhaltigen Vaginalzäpfchen verordnet, anschließend zur Stabilisierung die Milchsäurekur über 14 Tage fortgesetzt (zweimal wöchentliche Applikation). Im Abschlussbefund wurde wenig weißer, normaler Fluor und keinerlei fischartiger Geruch bei einem stabilen pH-Wert von 4,0 festgestellt. Mikroskopisch zeigte sich ein Normalbefund mit reichlich Laktobazillen, der während der bisherigen sechsmonatigen Verlaufskontrolle bestehen blieb - ohne eine weitere Therapie.

"Auch eine über viele Monate bestehende Aminvaginose kann durch das Milchsäure-Gel günstig beeinflusst werden, wie die Wiederansiedelung der Milchsäurebakterien bei der Initial-therapie zeigt", kommentiert Clad die therapeutische Wirksamkeit. Die erneute Anwendung des Milchsäure-Gels nach Metronidazolgabe bewirkt die Ansiedelung von genügend Laktobazillen, um wieder ein stabiles physiologisches Milieu mit massenhaft Laktobazillen herzustellen, so dass es auch nach der Periodenblutung zu keinem Wiederauftreten der Aminvaginose kommt.

Unter alleiniger Therapie mit Metronidazol kam es bei der erwähnten Patientin während neun Monaten immer wieder zu Rezidiven der Aminvaginose nach Ende der Periodenblutung.

www.kadefungin.de

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