– JENA (MedCon) – Wissenschaftler bestätigen die intraoperative Radiotherapie (IORT) mit dem INTRABEAM von Carl Zeiss als Alternative zur Strahlentherapie bei der Brustkrebsbehandlung. Zu diesem Ergebnis kam ein Symposium, das sich mit dem Stand der Technologieentwicklung der IORT und ihrer Implementierung in die klinische Praxis beschäftigte.
Die gezielte intraoperative Bestrahlung des betroffenen Gewebes im Tumorbett mit dem INTRABEAM schont das umliegende gesunde Gewebe, ist daher weniger aggressiv und bietet so einen klaren Behandlungsvorteil für die Patientinnen; zusätzlich reduziert sich die Behandlungsdauer.
Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, erläuterte: "Mit dem INTRABEAM führen wir nach langer Entwicklungszeit ein System in den Markt ein, dessen Behandlungsvorteil für die Patientinnen bei der Brustkrebstherapie durch zahlreiche klinische Daten nachgewiesen ist - und von führenden Wissenschaftlern sowie praktizierenden Ärzten bestätigt wurde."
Prof. Frederik Wenz, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Mannheim, führte aus: "Der intraoperative Boost mit dem INTRABEAM und einer nachfolgenden zeitlich verkürzten, externen Bestrahlung wird durch solide klinische Daten gestützt. Diese Applikation ist daher auch als Option in die "Practical Guidelines" der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) aufgenommen worden." Dieser Aspekt sowie die unkomplizierte Bedienung führten dazu, dass die IORT mit dem INTRABEAM nicht mehr nur an Universitäten und Forschungseinrichtungen angewandt wird, sondern auch für große und kleinere Brustzentren von höchstem Interesse ist und dort zunehmend zum Einsatz kommt.
Hinsichtlich der Kostenübernahme verwies Dr. Kay Friedrichs auf seine Erfahrungen bei der Implementierung der IORT am Mammazentrum Hamburg: "Auch auf Kostenträgerseite wird eine Optimierung der Behandlungsmethode durchaus positiv beurteilt. Der innovative Charakter der IORT mit Behandlungsvorteilen für die Patientinnen zieht die Annerkennung der Leistung nach sich." Und Dr. Boris Rapp, Geschäftsführer des Sana Klinikums Hof, ergänzte: " Die bereits heute vorhandene Abbildung der intraoperativen Bestrahlung im G-DRG-Fallpauschalen-System kann als positiv betrachtet werden und wird sich sicherlich auf die Ausweitung der Therapieoption günstig auswirken."
Auf die Zukunft der intraoperativen Strahlentherapie angesprochen, zog Prof. Manfred Kaufmann, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Frankfurt, den Vergleich zur Entwicklung der vergangenen Jahre im Bereich der operativen Technik.: "Dort wurde ein Weg beschritten, der weg von der radikalen Brustamputation hin zu einer weniger invasiven, brusterhaltenden Behandlung führte. Auch im Bereich der Strahlentherapie wird sich ein solcher Wandel vollziehen, weg von dem heute weitgehend standardisierten Bestrahlungsplan hin zu einer risikoadaptierten Therapie, die den individuellen Risikofaktoren der Patientinnen besser Rechnung trägt."
Carl Zeiss verfolgt mit der Zukunftstechnologie des INTRABEAM das Ziel einer risikoadaptierten, weniger aggressiven Therapieoption zur Behandlung des Mammakarzinoms. Da für den Betrieb des Systems keine baulichen Veränderungen für Strahlenschutzmaßnamen notwendig sind und es sehr einfach zu bedienen ist, lässt es sich ohne großen Aufwand in den klinischen Ablauf implementieren. Bereits heute verfügen etwa zehn Prozent aller zertifizierten Brustzentren in Deutschland über die Möglichkeit der IORT mit INTRABEAM.
Für die intraoperative Boost Behandlung mit dem INTRABEAM konnte in einer multizentrischen Studie (Vaidya, Baum, Wenz et al., J Clin Oncol 26: 2008, 565) gezeigt werden, dass nach einer Follow-up Zeit von 48 (Median) bis zu 108 Monaten eine Lokalrezidiv-Rate von nur 1,52 Prozent nach fünf Jahren erzielt werden konnte. Das Patientenkollektiv wies dabei einen typischen Risikoquerschnitt mit signifikanten Anteilen an T3-Tumoren, T2-Tumoren größer als 2 cm und N+ Status auf.
In der internationalen klinischen Studie "TARGIT" wird gegenwärtig die Möglichkeit untersucht, künftig in ausgewählten Fällen des frühen Mammakarzinoms die IORT als alleinige Bestrahlungsmethode über die Boost-Bestrahlung mit dem INTRABEAM hinaus anzubieten. An dieser Studie sind verschiedene deutsche Zentren maßgeblich beteiligt. Die ersten Ergebnisse werden noch im Jahr 2009 erwartet.
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