– MÜNCHEN (MedCon) – In der gynäkologischen Praxis spielen schwangere und stillende Frauen eine wichtige Rolle. Essex Pharma hat mit Dr. Michael Abou-Dakn ein Veranstaltungskonzept entwickelt, das Mitarbeiterinnen der gynäkologischen Praxis zur "Praxisexpertinnen für Schwangerschaft und Stillzeit" ausbildet.
Abou-Dakn ist Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Joseph Krankenhauses in Berlin und Vorsitzender der WHO/UNICEFInitiative "Babyfreundliches Krankenhaus. Die Praxishelferin dient als konstante Ansprechpartnerin der schwangeren Patientin - vom ersten Untersuchungstermin an. Die Fortbildungsreihe, die Informationen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit vermittelt, findet in 18 zertifizierten babyfreundlichen Krankenhäusern statt.
Ziel des Konzeptes ist, die gynäkologische Praxishelferin so auszubilden, dass sie eigenständig in den Räumen der Praxis Informationsabende für schwangere Frauen anbietet, organisiert und durchführt.
Für den Gynäkologen oder die Gynäkologin bedeutet eine Praxisexpertin Zeitersparnis: Zusätzlich zum individuellen Vorsorgetermin kann er seiner Patientin oder sie ihrer Patientin anbieten, detaillierte Fragen zur vor- und nachgeburtlichen Zeit gezielt während der von der Praxishelferin durchgeführten Informationsveranstaltung abzuklären. Neben einem effizienteren Arbeitsprozess führt dies zum Imageaufbau durch die Bereitstellung zusätzlicher Angebote sowie zu einer positiven langfristigen Patientenbindung.
"Es wurde festgestellt, dass eine koordinierende Langzeitbetreuung in der Phase der Schwangerschaft und Stillzeit fehlt", erklärt Abou-Dakn. "Die Informationssituation ist teilweise unübersichtlich; Kompetenzen überschneiden sich und sind zeitlich begrenzt." Die Hebamme beispielsweise wird erst im letzten Drittel der Schwangerschaft hinzugezogen. Schwangere Frauen werden somit relativ spät über die Vorteile des Stillens informiert.
Das Veranstaltungskonzept behandelt die Aspekte Schwangerschaft, Stillen und Verhütung in der Stillzeit. Darunter sind folgende Themenblöcke gegliedert:
o Schwangerschaft - was passiert mit meinem Körper?
o Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft
o Besonderheiten in der Schwangerschaft
o Beschwerden in der Schwangerschaft
o Schwangerschaft und Alltag
o Wochenbett - die ersten Tage nach der Geburt
o Stillen - die wichtigsten Aspekte
o Verhütung während und nach der Stillzeit
Ein Fokus der Beratungsabende wird auf die nachgeburtliche Zeit, die Stillzeit, gelegt. Seit langem ist bekannt, dass Stillen die Gesundheit und den Zusammenhalt von Mutter und Kind unterstützt. Doch gilt es weiterhin, die Stillkultur in Deutschland zu fördern - schließlich ist Stillen auch ökonomisch, zeitsparend und umweltschonend. Die Entscheidung, ein Kind zu stillen, wird bereits früh in der Schwangerschaft getroffen.
Besonderheiten bei Frühgeburten, Problembehandlung bei Milchstau oder die Stillverträglichkeit einer bestimmten Medikation sollten möglichst vor der Geburt angesprochen werden. Wollen Frauen kurz nach der Geburt nicht erneut schwanger werden, sollte auch aktiv über eine Kontrazeptionsmethode informiert werden. Kontrazeption ist notwendig, denn die Dauer einer Laktationsamenorrhö (LAM) ist individuell verschieden.
In Deutschland ist die LAM für die wenigsten Paare eine geeignete Methode, da die Voraussetzungen für die Wirksamkeit nur selten erfüllt werden. Sehr sicheren Kontrazeptionsschutz bieten hingegen hormonelle Methoden. Allerdings verringern Östrogene die Milchproduktion dosisabhängig und können die Zusammensetzung der Muttermilch verändern. Die WHO rät daher von der Einnahme kombinierter oraler Kontrazeptiva ab. In ihrer Bewertung sind reine Gestagenpräparate in Bezug auf das Stillen aber unbedenklich. Sie haben keine negativen Auswirkungen auf Stilldauer, Menge und Zusammensetzung der Muttermilch sowie Wachstum und Entwicklung des Kindes. Ihre Anwendung ist bereits sechs Wochen post partum möglich.
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