– WEDEL (MedCon/ur) – Die Zahl der Teilnehmerinnen an der PACT-Studie (Patient’s Anastrozole Compliance to Therapy) zur Therapietreue von postmenopausalen Patientinnen mit frühem Brustkrebs, die für eine Antihormontherapie in Frage kommen, hat sich auf 2.500 erhöht.
„Durch diese große Zahl von Teilnehmerinnen haben wir die Möglichkeit, erstmals auf wissenschaftlicher Basis die Frage zu beantworten, wo die Ursachen für einen Mangel an Compliance bei der adjuvanten Antihormontherapie mit einem Aromatasehemmer liegen und in welchem Ausmaß dies das Wiederauftreten von Brustkrebserkrankungen beeinflusst“, so Professor Rolf Kreienberg, ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsfrauenklinik und Leiter des von Brustkrebsexperten, Brustkrebs-Selbsthilfegruppen und AstraZeneca entwickelten Projekts.
„Im Gegensatz zu einer rein klinischen Studie mit einem einheitlichen Patientenkollektiv nehmen an PACT sehr unterschiedliche Patientinnen teil, um auf diese Weise die Wirkung der Behandlung unter möglichst lebensnahen Bedingungen zu prüfen“, so Kreienberg. Die PACT-Studie setzt dabei auf eine intensive Zusammenarbeit mit niedergelassenen Gynäkologen und Brustzentren in ganz Deutschland. „Im Mittelpunkt dieser Versorgungsstudie stehen in erster Linie die Lebensqualität der Patientinnen und Kriterien für die richtige Therapieentscheidung“, erläuterte Kreienberg. Die damit einhergehende Verbesserung der Versorgung unter Praxisbedingungen dient nach Auffassung des Ulmer Onkologen nicht allein der einzelnen Patientin, sondern erhöht auch die Effizienz der Mittelverteilung und dient somit dem Gesundheitssystem.
„Knapp 90 Prozent meiner postmenopausalen Patientinnen, die sich für die endokrine Therapie entschieden haben, sind auch bereit, am PACT-Programm teilzunehmen. Sie fühlen sich dadurch noch besser betreut, vor allem die, die zusätzliche Informationen erhalten“, sagte Dr. Robert Landthaler, Facharzt für Frauenheilkunde, Krumbach. „Eine enge Arzt-Patientinnenbindung führt erkennbar zu einer höheren Motivation, die Therapieanweisungen zu befolgen“, so Landthaler weiter. Alle Teilnehmerinnen der Studie profitieren von Diagnostik und Therapie nach aktuellem Stand der Wissenschaft.
Insgesamt sollen rund 5.000 Frauen, bei denen nach den Wechseljahren ein Brustkrebs im Frühstadium operiert und gegebenenfalls mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt wurde, über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren an PACT teilnehmen. Innerhalb des ersten Behandlungsjahres bekommt die Hälfte der Studienteilnehmerinnen zusätzliche Informationen zur Behandlung und zum Umgang mit ihrer Erkrankung. Diese Informationsmaterialien wurden von Experten und Brustkrebspatientinnen, die sich seit vielen Jahren in der Patientenselbsthilfe engagieren, gemeinsam entwickelt. In intensiven Arzt-Patientinnen-Gesprächen werden die Teilnehmerinnen eingehend über die Bedeutung der Therapietreue für die adjuvante antihormonelle Brustkrebstherapie informiert und in die Therapieentscheidung mit einbezogen.
Gegenwärtig beteiligen sich 109 Brustzentren und 930 niedergelassene Gynäkologen und Onkologen an PACT. Unter www.pact-programm.de können sich interessierte Patientinnen näher über das Programm informieren und prüfen, ob für sie eine Teilnahme in Frage kommt.
12th Biennial Meeting of the International Gynecologic Cancer Society mehr
22.07.2008 (dpa) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche will seine amerikanische Tochtergesellschaft Genentech für rund 28 Mrd Euro vollständig übernehmen. Den Aktionären sei ein entsprechendes Angebot unterbreitet worden, teilte Roche am Montag in Basel mit. Der Konzern hält seit 1990 eine Mehrheitsbeteiligung an dem US-Biotechnologieunternehmen und besitzt derzeit 55,9 Prozent. Mit der Übernahmeankündigung hat Roche überraschend auch einen Rückgang von Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2008 bekanntgegeben. Der Reingewinn schrumpfte um 2,2 Prozent.
MammaPrint, ein die Signatur von 70 Genen auswertender Diagnosetest, der eine hohe oder niedrige Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall bei Brustkrebs vorhersagt, wurde aus über 150 Eingängen als die zukunftsweisende Initiative im Gesundheitswesen ausgewählt. Der Sieger wird von der niederländischen Regierung landesweit und aktiv unterstützt.