– KÖLN (MedCon/ur) - Zusätzlich zur postoperativen Hormontherapie führt die Gabe von Zoledronat zu einer signifikanten Risikoreduktion von Krebsrezidiven und -todesfällen um 36 Prozent im Vergleich zu einer alleinigen hormonellen Therapie. Zoledronat sollte zum Therapiestandard werden für prämenopausale Frauen mit frühem, hormonsensitivem Brustkrebs.
Ein positiver aber nicht signifikanter Trend in Hinblick auf einen Vorteil bezüglich des Gesamtüberlebens wurde ebenfalls bei den Patientinnen beobachtet, die zusätzlich Zometa® erhielten. „Acht Patientinnen weniger verstarben in der Zoledronat-Gruppe,“ stellte der Studienleiter der ABCSG12-Gruppe, Professor Michael Gnant aus Wien, klar.
Professor Peyman Hadji, Marburg, erläuterte, dass Zoledronat die VEGF-Serumwerte senkt, also die Tumorneoangiogenese klar beeinflusst. In Studien erreicht Zoledronat gegenüber Placebo konsistent in etwa eine Risikoreduktion von 41 Prozent in Bezug auf Skelettkomplikationen. Es gelte unbedingt das Auftreten der ersten Metastase zu verhindern, betonte Hadji, und das mache den frühzeitigen Einsatz von Zoledronat erforderlich.
Zometa® ist zugelassen zur Therapie des multiplen Myeloms und bei Patienten mit Knochenmetastasen von soliden Tumoren (Brust-, Prostata, Lunge, Niere) in Verbindung mit der onkologischen Standardtherapie. Es steht als 15-minütige 4-mg-Infusion zur Verfügung.
Hadji berichtete von einer Studie von R. Aft (ASCO, Abstract 1021), die den Effekt von Zometa® auf Mikrometastasen im Knochenmark untersuchte. In die Studie wurden 120 prä- und postmenopausale Frauen mit Brustkrebs im Stadium II/III, die prä- und postoperativ therapiert wurden, aufgenommen. Unter den Frauen, die zu Beginn der Studie keine disseminierten Krebszellen aufwiesen, wiesen signifikant mehr Frauen, die Zometa® zusätzlich zu einer Chemotherapie erhielten, im Zeitverlauf keine disseminierten Tumorzellen mehr auf. Das stütze die These, dass insbesondere der frühzeitige Einsatz von Zoledronat, so Hadji, helfe, Patienten vor Fernmetastasen zu schützen und sie dadurch rezidivfrei zu halten.
Gnant ergänzte aus der ABCSG-12-Studie, dass 1801 Frauen drei Jahre behandelt und anschließend zwei Jahre beobachtet wurden. Die Gabe von Zometa® zusätzlich zu einer hormonellen Therapie (Tamoxifen oder Anastrozol) verlängerte signifikant sowohl das krankheitsfreie Überleben als auch das rezidivfreie Überleben. Zudem sank das Risiko von Ereignissen bezüglich des krankheitsfreien Überlebens – welches Todesfälle aller Ursachen einschließt – um 36 Prozent (p=0,01) im Vergleich zu einer alleinigen hormonellen Therapie. Ebenfalls sank das Risiko von Ereignissen bezüglich des rezidivfreien Überlebens um 35 Prozent (p=0,015).
Die Therapiekosten betragen für Zoledronat etwa 600 Euro pro Jahr, ergänzte Hadji und geht derzeit von einer Behandlungsdauer von etwa drei Jahren aus.
Insgesamt war Zometa® eine sehr sichere Substanz, so Gnant. Über Kiefernekrosen wurden bei Krebspatienten berichtet, die Therapien mit Bisphosphonaten, Chemotherapie und/oder Kortikosteroiden erhielten. Der Großteil der Fälle war assoziiert mit zahnärztlichen Behandlungen wie etwa Zahnextraktion. Gnant betonte, dass Unterkiefernekrosen bislang nur beim multiplen Myelom und bei hoch dosierter Therapie in Krebs-Endstadien gesehen wurden. In der adjuvanten Dosierung von 4 mg Zoledronat alle zwei Monate sieht Gnant kaum eine Gefahr für eine Unterkiefernekrose.
BERLIN (MedCon) - Der Gemeinsame Bundesauschuss (GBA) will eine Überprüfung der HPV-Impf-Empfehlung. Dazu forderte die GBA die Ständige Impfkommission schriftlich auf, berichtete die Ärzte Zeitung. Der GBA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess betonte ausdrücklich, dass die Impfung weiterhin GVK-Leistung bleibe. Als eine teure Leistung müsse jedoch der Zusatznutzen im Vergleich zur Früherkennung hinreichend belegt werden.
MammaPrint, ein die Signatur von 70 Genen auswertender Diagnosetest, der eine hohe oder niedrige Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall bei Brustkrebs vorhersagt, wurde aus über 150 Eingängen als die zukunftsweisende Initiative im Gesundheitswesen ausgewählt. Der Sieger wird von der niederländischen Regierung landesweit und aktiv unterstützt.