– STUTTGART (dpa/lsw) - Immer mehr Mädchen und junge Frauen aus Baden-Württemberg nehmen die Antibabypille: Fast 30 Prozent der Altersgruppe von elf bis 20 Jahren bekommt mittlerweile die Pille verschrieben. Vor sieben Jahren war es noch jedes Fünfte.
Dies berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) Baden-Württemberg nach einer Erhebung unter ihren Versicherten. Die Anzahl der abgegebenen Packungen stieg laut TK-Statistik zwischen 2000 und 2007 um 63 Prozent.
«Über 15 000 bei der TK in Baden-Württemberg versicherte Mädchen nehmen das zuverlässige Verhütungsmittel. Rund 300 sind erst zwischen elf und 14 Jahre alt», sagt Nicole Battenfeld, Sprecherin der TK- Landesvertretung. Der offene und frühe Umgang der Mädchen mit Sexualthemen habe dazu geführt, dass weniger Frauen ungewollt schwanger werden.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes war 2007 im dritten Jahr in Folge ein Rückgang von Schwangerschaftsabbrüchen bei Minderjährigen zu beobachten. Mit 14 Prozent fiel die Abnahme deutlich stärker aus als in den beiden vorangegangenen Jahren. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche von unter 18-Jährigen lag im vergangenen Jahr bei 586, das sind 4,7 Prozent der 12 359 Schwangerschaftsabbrüche im Land.
Trotzdem eignet sich die Pille nach Angaben von Battenfeld nicht für jede junge Frau. Wer beispielsweise die Pille nimmt und gleichzeitig raucht, hat ein höheres Risiko für Embolien, die auch schon in jüngeren Jahren auftreten können. Außerdem biete die Pille keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Genitalwarzen, Chlamydien und AIDS, betont Battenfeld. Sie rät, zusätzlich zur Pille immer Kondome zu verwenden. Bei jungen Frauen bis zum 20. Geburtstag übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die vom Arzt verschriebene Pille.
BERLIN (MedCon) - Der Gemeinsame Bundesauschuss (GBA) will eine Überprüfung der HPV-Impf-Empfehlung. Dazu forderte die GBA die Ständige Impfkommission schriftlich auf, berichtete die Ärzte Zeitung. Der GBA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess betonte ausdrücklich, dass die Impfung weiterhin GVK-Leistung bleibe. Als eine teure Leistung müsse jedoch der Zusatznutzen im Vergleich zur Früherkennung hinreichend belegt werden.
MammaPrint, ein die Signatur von 70 Genen auswertender Diagnosetest, der eine hohe oder niedrige Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall bei Brustkrebs vorhersagt, wurde aus über 150 Eingängen als die zukunftsweisende Initiative im Gesundheitswesen ausgewählt. Der Sieger wird von der niederländischen Regierung landesweit und aktiv unterstützt.