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Preis für Bestimmung der Sauerstoffgehalts bei Feten

Dr. Ulrike Wedegärtner entwickelte ein Verfahren, um den Sauerstoffgehalt im Blut von Ungeborenen messen zu können (Foto: UKE)
Dr. Ulrike Wedegärtner entwickelte ein Verfahren, um den Sauerstoffgehalt im Blut von Ungeborenen messen zu können (Foto: UKE)

02.06.2008 – HAMBURG (MedCon/ur) - Dr. Ulrike Wedegärtner von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Hamburger Universität hat den von GE Healthcare gestifteten "Coolidge Award" erhalten. Die Auszeichnung wurde ihr für die Bestimmung des Sauerstoffgehalts im Blut des Ungeborenen im Mutterleib verliehen.

Die Auszeichnung wurde auf dem Deutschen Röntgenkongress überreicht; das Preisgeld von 15000 Euro teilt sich Wedegärtner mit einer zweiten Preisträgerin.

Eine zu geringe Sauerstoffsättigung beim Fetus führt zu vermindertem Wachstum und zu erhöhtem Sterberisiko. Bisher war es nicht möglich, den Sauerstoffgehalt im Blut des Ungeborenen direkt festzustellen. Wedegärtner hatte in ihrer Studie an trächtigen Schafen gezeigt, dass ein Bildgebungsverfahren, die funktionelle Magnetresonanz-Tomografie, über den Sauerstoffgehalt im Blut und in verschiedenen Organen des Fetus Aufschluss geben kann.

Wachstumsstörungen des Fetus kommen, je nach Studie, bei drei bis zehn Prozent aller Schwangerschafen vor. Die betroffenen Kinder sterben entweder im Mutterleib oder während und nach der Geburt vier bis acht Mal häufiger als gesunde Feten. Die Ursachen sind unterschiedlich. "Sauerstoffmangel aufgrund einer ungenügenden Blutversorgung von Gebärmutter und Mutterkuchen ist einer der Gründe", sagt die Preisträgerin. Doch bislang war die kindliche Sauerstoff-Versorgung gerade des Gehirns nicht direkt messbar. Die Hamburger Ärztin erklärte, dass man nicht entscheiden konnte, ob der Fetus wirklich an einem gefährlichen Sauerstoff-Unterversorgung leide oder ob er einfach nur so kleiner geraten sei." Das ist ein entscheidender Unterschied: Nur bei einem akuten Mangel leitet man gegebenenfalls eine Frühgeburt ein.

Im Prinzip arbeitet die funktionelle Magnetresonanz-Tomografie wie eine Filmkamera, die inzwischen sogar in Echtzeit Veränderungen im Gewebe festhält - auch den Blutfluss und damit Änderungen des Sauerstofftransportes. Sauerstoff ist in den roten Blutkörperchen an ein Protein gebunden, das Hämoglobin. Je nach dem, ob Hämoglobin mit Sauerstoff beladen ist oder nicht, hat es unterschiedliche magnetische Eigenschaften. Die Radiowellen des Tomografen tasten das magnetisierte Blut ab und machen sichtbar, ob und wo und wie stark der Sauerstoff verbraucht wird. Ein Rechner setzt die magnetischen Signale in grau abgestufte Schichtbilder des Körpers um.

Die Radiologin entwickelte das Verfahren an trächtigen Schafen. Dieses "eignet sich besonders gut als Studienobjekt, weil das ungeborene Lamm etwa gleich groß ist wie ein menschlicher Fetus."

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