- Startseite
- Politik
- Kliniken & Praxen
- Medizin & Forschung
- Pharma & MedTech
- Praxismanagement
- Personalien
- Termine
- FOKO 2009
- DGGG Kongress 2008
– KÖLN (MedCon) – Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Joachim W. Dudenhausen, Direktor der Kliniken für Geburtsmedizin an der Berliner Charité, findet vom 24. bis 28. Oktober 2009 der 9th World Congress of Perinatal Medicine erstmals in Berlin statt. Die World Association of Perinatal Medicine (WAPM) erwartet weit über 2000 Teilnehmer.
Kongresspräsident Dudenhausen stellt die länderübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Perinatalmediziner in den Mittelpunkt: "Wir müssen einen weltweiten Blick auf die Krankheiten von Müttern und Kindern werfen, da die Voraussetzungen auf den verschiedenen Kontinenten und dort auch in den einzelnen Ländern völlig unterschiedlich sind. Probleme bei der Mortalität von Mutter und Kind liegen in Afrika anders als in den meisten Ländern Europas. Aber auch auf unserem Kontinent gibt es ein Gefälle. Wir wollen daher die moderne Geburtsmedizin und Neonatologie durch den gemeinsamen internationalen Gedankenaustausch weiter vernetzen helfen."
1500 Frauen sterben täglich an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, 95 Prozent davon in Afrika und Südasien. Das sind insgesamt fast 550.000 Frauen jährlich, dazu kommen pro Jahr rund 3,3 Millionen Neugeborene, die bei der Geburt, und vier Millionen Kinder, die innerhalb der ersten vier Lebenswochen sterben.
Der im Januar erschienene UNICEF-Bericht "Zur Situation der Kinder in der Welt 2009" beleuchtet die Risiken bei Schwangerschaft und Geburt, stellt die Lücken dar, zeigt Massnahmen auf und fordert die Staatengemeinschaft auf, alles zu unternehmen, um das Millenniumsziel Nummer 5 "Die Senkung der Müttersterblichkeit um drei Viertel zwischen 1990 und 2015" zu erreichen.
Frauen in einem Entwicklungsland tragen ein um 300-mal höheres Risiko, während der Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als Frauen in den Industriestaaten. Dasselbe gilt für Babys: Ein Neugeborenes in einem Entwicklungsland ist einem 14 Mal höheren Risiko ausgesetzt, im ersten Lebensmonat zu sterben, als Kinder in Industrieländern. Neueste Studien belegen, daß 80 Prozent der Todesfälle vermeidbar wären, wenn Schwangere in diesen Ländern Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung hätten.
Die letzten statistischen Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO für Deutschland stammen aus dem Jahr 2006. Sie belegen, daß es hierzulande 3,8 Fälle von Säuglings- und Kleinkindsterblichkeit, 1,9 frühe neonatale Sterbefälle (unter sieben Tagen), 2,5 neonatale Sterbefälle (unter 28 Tagen), 1,2 postneonatale Sterbefälle (28 Tage bis ein Jahr) und 3,5 Totgeborene je 1.000 Geborene gab. 2006 waren das insgesamt 2.420 Totgeborene. Die Mortalität bei den Müttern lag bei 6,0 je 100.000 Lebendgeborenen.
Prof. Dudenhausen sieht den 9. Weltkongress für Perinatale Medizin daher auch als Chance: "Wir müssen unser gesamtes medizinisches Wissen nutzen, um die Sterblichkeit von Mutter und Kind weiter zu senken. Dabei hilft uns der interdisziplinäre Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern."
Noch keine Kommentare vorhanden.