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Kriegsgewalt und Trauma in Liberia

Monika Hauser in Fishtown, Libera (Foto: Fezer)
Monika Hauser in Fishtown, Libera (Foto: Fezer)

22.06.2009 – KÖLN (MedCon) – Ein Film- und Themenabend von medica mondiale am 26. Juni beleuchtet das Schicksal der Frauen in Liberia während des Bürgerkriegs: Schätzungsweise zwei von drei Frauen wurden vergewaltigt, Kleinkinder ebenso wie Greisinnen. Viele mussten zwangsweise Soldatinnen werden oder wurden als Zwangsprostituierte in die Lager der Kriegs-Parteien verschleppt.

14 Jahre dauerte der Bürgerkrieg im westafrikanischen Liberia. Von 1989 bis 2003 fielen Rebellengruppen und Soldaten über Städte und Dörfer her. Auch mit dem Ende der Kämpfe hat die Gewalt gegen Frauen in Liberia noch kein Ende gefunden. Es gibt weiterhin viele Vergewaltigungen - derzeit handelt es sich um das meist angezeigte Verbrechen - und die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen nimmt zu; die materielle Not zwingt viele zur Überlebensprostitution.

Der Film "Pray the Devil Back to Hell" berichtet über die Erfahrungen und Erinnerungen von Frauen, die sich im liberianischen Bürgerkrieg für den Frieden einsetzten. Anhand von zeitgenössischen Interviews, Archiv-Bildern und Szenen des heutigen Liberia schildert der auf verschiedenen Filmfestivals preisgekrönte Dokumentarfilm den historischen Einsatz und gemeinsamen Protest von mehr als 2000 Musliminnen und Christinnen für die Beendigung des fast 15 Jahre andauernden Bürgerkriegs im Jahre 2003.

Im Anschluss an die Filmvorführung geben die aus Liberia angereiste Projektleiterin Christin Lidzba und die Projektverantwortliche Sybille Fezer einen Einblick über die aktuelle Lage im Land. Im Mai 2006 startete medica mondiale in Kooperation mit der Deutschen Welthungerhilfe ein Projekt im strukturschwachen Südosten Liberias, um kriegstraumatisierte Frauen mit psychosozialer und ökonomischer Hilfe zu unterstützen.

medica mondiale setzt sich seit mehr als 15 Jahren ein für traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten. Dabei versteht sich die Organisation als Anwältin für die Rechte und Interessen von Frauen, die sexualisierte Kriegsgewalt überlebt haben. Neben gynäkologischer Versorgung und psychosozialer Unterstützung leistet medica mondiale politische Menschenrechtsarbeit. Die Gründerin der Organisation, Monika Hauser, wurde 2008 für ihren Einsatz mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

26. Juni, 19 bis 21 Uhr
Alte Feuerwache (Kinoraum 2. Stock, Haupthaus), Melchiorstr. 3, Köln

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