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EBCC6-Tagungspräsident Untch appelliert an Kollegen, mehr auf Nutzen der Brustkrebsvorsorge hinzuweisen

Das ICC Berlin steht derzeit erneut im Zeichen der Brustkrebsvorsorge als Tagungsort der EBCC6
Das ICC Berlin steht derzeit erneut im Zeichen der Brustkrebsvorsorge als Tagungsort der EBCC6

16.04.2008 – BERLIN (dpa) - Übergewicht erhöht das Brustkrebs-Risiko ganz erheblich. Nach Angaben des Berliner Gynäkoonkologen Prof. Michael Untch erkranken dicke Frauen zwei- bis dreimal eher an Mammakarzinomen als schlanke Altersgenossinnen. Zum Auftakt der europäischen Brustkrebs-Konferenz EBCC6 in Berlin forderte er, dass Gynäkologen und Hausärzte mehr über die Vorteile des Mammographie-Screenings aufklären sollten.

Der Grund, warum Dicke stärker Brustkrebs-gefährdet sind, sei eine Östrogenproduktion im Fettgewebe, sagte Untch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Brustkrebs ist mit rund 57 000 Neuerkrankungen und 17600 Sterbefällen im Jahr die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen in Deutschland. Zu der Konferenz werden bis zum Samstag rund 5000 Ärzte und Experten in Berlin erwartet.

Übergewicht gehe bei Frauen mit der Bildung von Fettgewebe im Bauchraum einher, sagte der Chefarzt der Frauenklinik des Helios-Klinikums in Berlin-Buch. In diesem Fettgewebe würden Hormonvorläufer zu Östrogenen umgebaut. Diese erhöhten das Risiko für Brustkrebs. Bereits regelmäßige Bewegung könne dieses Risiko jedoch mindern, sagte Untch.

Auch nach einer Brustkrebstherapie führt Bewegung nach Angaben des Arztes zu deutlich weniger Folgetherapien. Jüngste Studien hätten gezeigt, dass sich viele Patientinnen durch sportliche Aktivitäten weitere Chemo- oder Hormontherapien und neue Operationen ersparen könnten.

Ein großer Schutz vor Brustkrebs sei auch das Stillen, betonte Untch. Da Frauen in Deutschland heute jedoch weniger Kinder bekämen als früher, werde auch weniger gestillt.

Er bedauerte, dass bisher weniger als die Hälfte der eingeladenen Frauen in Deutschland das neue Mammographie-Screening zur Brustkrebsvorsorge für 50- bis 69-Jährige nutze. Es ist für Kassenpatientinnen kostenlos. „Meiner Meinung nach müssen Hausärzte und Gynäkologen noch viel mehr auf den Nutzen dieser Untersuchungen hinweisen, auch wenn ihnen diese Gespräche nicht vergütet werden“, sagte Untch. Screenings, die es in anderen europäischen Ländern schon länger gebe, senkten nachweislich die Todesraten bei Brustkrebs. Je früher ein Tumor erkannt werde, desto einfacher sei auch die Therapie, ergänzte er.

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