– HAMBURG (MedCon/ur) – Strahlentherapie "von innen" schon während der Operation bietet viele Vorteile für Patientinnen. Nun wendet Mammazentrum in Hamburg das Verfahren an.
Weniger Zeitaufwand für Patientinnen, mehr Sicherheit und Präzision - das bietet die intraoperative Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs. Bei diesem Verfahren wird bereits während der brusterhaltenen Operation das Tumorbett mit einer gezielten Strahlendosis behandelt. Der Eingriff verlängert sich dadurch um rund 45 Minuten. Dieser intraoperative "Boost" wird über einen Miniatur-Linearbeschleuniger vom Operateur direkt gesteuert. Das etwa zwei Kilo schwere Gerät verfügt über einen kugelförmigen Strahlenkopf, der die Strahlendosis in der Operationsfeld abgibt. Das Mammazentrum Hamburg, eines der bundesweit größten Spezialzentren zur Behandlung von Brustkrebs, bietet die IORT ab sofort an.
"Wir wissen, dass 90 Prozent der Rezidive in der unmittelbaren Region des Tumors entstehen. Mit diesem Hot Spot können wir diese Gefahr minimieren und verfügen über eine höhere lokale Präzision als bei der herkömmlichen Strahlentherapie nach einem Eingriff", erklärt Privatdozent Dr. Kay Friedrichs, leitender Arzt im Mammazentrum Hamburg. Weiterer Vorteil für die Patientinnen: Die ambulante Strahlentherapie mit ihren oft unangenehmen Nebenwirkungen kann um ein bis zwei Wochen verkürzt werden. Die intraoperative Strahlentherapie schont zudem die Haut und reduziert den Fahrtkosten- und Zeitaufwand für Betroffene, die ansonsten eine bis zu siebenwöchige Strahlentherapie absolvieren müssen.
Die Bestrahlung "von innen" wird vom Mammazentrum Hamburg als einziger Facheinheit im gesamten Norddeutschen Raum angeboten. "Die bisherigen europäischen Studienergebnisse sind sehr vielversprechend. Bei nur zwei Prozent der mit der Strahlentherapie von innen behandelten Frauen kam es zu Krebsrückfällen. Bis zu sechs Prozent sind es hingegen mit der Strahlentherapie von außen", so PD Dr. Kay Friedrichs. Er ist zuversichtlich, dass durch das neue Verfahren mittels Hot Spot auf das Tumorbett das bisherige Strahlenverfahren komplett ersetzen könnte. "Ende 2009 liegen uns die internationalen Ergebnisse für IORT vor. Ich bin sicher, dass diese Methode das Konzept der Zukunft sein wird."
Die Kosten für die intraoperative Strahlentherapie werden allen Krankenkassen übernommen.
HEIDELBERG (MedCon) - Das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Kooperationsgemeinschaft Mammographie veröffentlichen gemeinsam Informationen zur Früherkennung von Brustkrebs. Allgemeinverständlich werden die häufigsten Fragen zum Mammographie-Screening-Programm beantwortet. Die Frauen erhalten Informationen über den Ablauf des Programms, Nutzen und Risiken der Untersuchung und wichtige Fakten zum Brustkrebs. Ergänzt wird der Inhalt durch ein Glossar, in dem wesentliche Fachbegriffe des Screening-Programms kurz und allgemeinverständlich erklärt werden. Die Broschüre kann im Internet als PDF-Datei herunter geladen werden: www.dkfz.de und www.mammo-programm.de.
MÜNCHEN (MedCon/ur) - Am Campus Großhadern der Uniklinik München wurde nun mit dem Bau eines der größten Operationszentren Europas begonnen. In 32 Operationssälen werden bislang getrennt arbeitende Disziplinen zusammenrücken. Zum Beispiel ist im Beckenzentrum die Gynäkologie mit der Urologie und Chirurgie vereint. Die Kosten sind mit 135 Millionen Euro veranschlagt, die Bauzeit soll vier Jahre betragen.
Die Zahl der Frauen aus Nordrhein-Westfalen, die 2007 in eine Kur gefahren sind, ist im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent gestiegen. Dies teilte die Freie Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen am Montag in Münster mit. Der münsterische Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann vom Ausschuss für Müttergenesung nannte als Grund die Gesundheitsreform, die diese Reha-Maßnahme wieder zur Pflichtleistung der Krankenkassen erklärt habe. Laut einer Studie bekomme aber nur eine von zehn Frauen eine Kur, die aus medizinischer Sicht notwendig wäre. Ein Grund sei die sehr unterschiedliche Bewilligungspraxis der Krankenkassen.
31.03.2008(dpa) - Gegen ihren Willen sind einer 33-Jährigen im Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhaus Brustimplantate eingesetzt worden. Die Guxhagenerin verklagte nun die Klinik, weil sie nach einer Bruststraffungsoperation mit 200 Gramm Silikon in jeder Brust aufgewachte. Ein solcher Eingriff sei weder geplant gewesen, noch habe sie je solch einen Wunsch geäußert. Die Klinik bestätigte dies, berief sich aber auf medizinische Gründe, weil sonst die Brustwarzen der Frau abgestorben wären; die Frau hatte - auf Anraten eines Reproduktionsmediziners - fast 100 kg abgenommen. In jeder Hinsicht mit Erfolg: Allerdings kann sie nach der Brust-Op ihre Tochter nun nicht stillen.
Es gebe Widersprüche und Ungereimtheiten in der Patientenakte. So fehlen Aufzeichnungen über Op-Verlauf und Narkose, erklärte die Frau. Die Brustimplantate werden bald in einer Bonner Spezialklinik entfernt - erneut auf Kosten der Krankenkasse. "In diesem Fall wird die Kasse allerdings Regressforderungen an das Krankenhaus stellen", war sich die Klägerin sicher.
05.03.2008 (dpa) - In Bayern werden jeden Tag durchschnittlich 36 Ungeborene abgetrieben. Das geht aus der Statistik der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland hervor, die das Statistische Bundesamt jetzt veröffentlichte. Danach gab es iim Freistaat im vergangenen Jahr insgesamt 13 364 Abbrüche. Diese Zahl lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahres; 2006 waren es 13 593 Abtreibungen in Bayern. Seit 2001 mit noch 16 464 Aborten ging die Zahl dort jedoch kontinuierlich zurück. Dies entspricht auch dem Bundestrend. Im vergangenen Jahr kamen auf 1000 Geburten in Bayern 127 Abtreibungen.
10.01.2008 (MedCon/idw) - Das DIMDI hat die Version 2008 der Alpha-ID veröffentlicht. Diese Identifikationsnummer für Diagnosen spezifiziert als fortlaufende Nummer die Einträge des Alphabetischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. Damit können die Kodes beim elektronischen Datenaustausch zur Dokumentation, Auswertung und Übermittlung von Diagnosen eingesetzt werden. Beispielsweise sind in der Alpha-ID Version 2008 neue Begriffe zu Arzneimittelallergien enthalten, mit denen diese nun präzise kodiert und statistisch ausgewertet werden können.
16.11.2007 (MedCon/ek) - Seit kurzem haben Leser der Gynäkologischen Nachrichten die Möglichkeit, ihre Praxis oder ihre Frauenklinik in der monatlich alternierenden Rubrik "Klinik bzw. Praxis des Monats" zu präsentieren. Interesse? Dann nehmen Sie doch mal Kontakt mit der Redaktion auf unter: ek@biermann.net oder telefonisch 02236/376 440.
12.10.2007 (dpa) - In den Koblenzer Kliniken Marienhof und Kemperhof können Frauen ihre Kinder künftig anonym zur Welt bringen. Eine Vereinbarung, die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz, zwischen beiden Krankenhäusern, dem Sozialdienst katholischer Frauen und der Stadt wurde gestern unterzeichnet. Ziel sei es, Gefahren für das Neugeborene und die Mutter bei der Geburt auszuschließen. 2006 wurden bundesweit 32 Kinder ausgesetzt - nur acht Kinder überlebten.
28.09.2007 (dpa/bb) - Zur Versorgung Frühgeborener hat die Berliner Charité medizinische Geräte im Neuwert von 200 000 Euro an eine Klinik in Usbekistan gespendet. Das Republikanische Perinatalzentrum in Taschkent behandle früh- und neugeborene Kinder mit lebensbedrohlichen Fehlbildungen, teilte die Charité am Donnerstag mit. Dafür fehlten ihr jedoch viele Spezialgeräte. Der Direktor der Charité-Klinik für Neonatologie, Roland Wauer, sammelte Inkubatoren, Wärmebetten, Monitore und Beatmungsgeräte, die in Berlin nicht mehr gebraucht werden. Diese Geräte seien bereits mit Hilfe der Usbekischen Botschaft nach Taschkent geflogen worden, hieß es.
03.08.2007 (MedCon) - Einen wahren Babyboom erlebten derzeit Tschechien: 2006 kamen insgesamt 105 800 Babys zur Welt, für dieses Jahr rechnet man mit über 110 000 Neugeborenen, berichtet die Prager Zeitung. Das treibt manche Frauenklinik an den Rand ihrer Kapazitätsgrenzen: In der Prager Uniklinik Motol etwa wird tageweise im Akkord entbunden, im Juni lag der Rekord bei 23 Geburten in 24 Stunden; andere Kliniken verweisen die Schwangeren an Häuser in der Provinz. Der Babyboom hat vor allem demographische Gründe: Die starken 70er Jahrgänge erweisen sich als gebärfreudig.