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30.000 Schwangere mit Herzkrankheiten in Deutschland

Herzprobleme bei Schwangeren nehmen zu (Foto: pixelio/Altmann)
Herzprobleme bei Schwangeren nehmen zu (Foto: pixelio/Altmann)

07.07.2008 – DÜSSELDORF (MedCon/ur)- Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie gibt eine Leitlinie über Herzerkrankungen in der Schwangerschaft heraus. Sie wendet sich an alle Ärzte, die Frauen im gebärfähigen Alter behandeln.

Bei bis zu vier Prozent aller Schwangerschaften treten Komplikationen aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen auf. Experten gehen für Deutschland von bis zu 30.000 betroffenen Patientinnen jährlich aus. Aufgrund der wachsenden Zahl von Frauen mit angeborenen Herzfehlern, die mittlerweile das Erwachsenenalter erreicht haben, soll diese Patientengruppe pro Jahr um weitere 5000 wachsen.

Trotz dieser großen Zahl hat der behandelnde Arzt vergleichsweise selten mit derartigen Erkrankungen zu tun. Grund genug für die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), nun die Leitlinie "Herzerkrankungen in der Schwangerschaft" zu veröffentlichen. Sie richtet sich an alle Ärzte, die Frauen im gebärfähigen Alter behandeln, also an Hausärzte, Internisten, Gynäkologen und Kardiologen. "Besonders Nicht-Kardiologen müssen wachsam sein, um ein mögliches Gefährdungspotenzial durch eine Herzerkrankung zur erkennen und die Schwangere bei Bedarf einer spezialisierten Behandlung zuzuführen", erläutert Professor Vera Regitz-Zagrosek aus Berlin, die federführende Autorin der neuen Leitlinie.

Angeborene Vitien, so erklärt Regitz-Zagrosek, stellten mit 74 Prozent die häufigsten Herzerkrankungen in der Schwangerschaft dar, gefolgt von erworbenen Klappenerkrankungen mit zirka 15 Prozent. Kardiomyopathien, Arrhythmien und koronare Herzerkrankungen seien deutlich seltener. Zu den häufigsten Problemen gehöre auch die arterielle Hypertonie. In den USA wären davon schätzungsweise 15 Prozent aller Schwangeren betroffen, für Westeuropa ginge man lediglich von fünf bis sieben Prozent aus. Ein Viertel der stationären Behandlungen Schwangerer sei auf Bluthochdruck-Komplikationen zurückzuführen. Ganz anders stellt sich die Situation in nichtindustrialisierten Ländern dar: Dort machten rheumatische Herzerkrankungen 90 Prozent aller kardiovaskulären Schwangerschaftskomplikationen aus.

Patientinnen mit angeborenen Herzerkrankungen oder mit Klappenerkrankungen rät Regitz-Zagrosek, sich von einem für diese Krankheiten besonders geschulten Kardiologen beraten zu lassen. "Dies gilt in besonderem Maße, wenn früher bereits kardiale Ereignisse wie Herzinsuffizienz, transitorische ischämische Attacke (TIA), Schlaganfall oder symptomatische Herzrhythmusstörung, Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II oder Zyanose aufgetreten sind oder eine erhebliche Belastung des linken Ventrikels durch Aorten oder Mitralklappenvitien beziehungsweise eine eingeschränkte linksventrikuläre Funktion mit einer Auswurffraktion unter 40 Prozent vorliegt", berichtet die Kardiologin.

Sie leitet an der Charité und am Deutschen Herzzentrum Berlin den Forschungsbereich frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herz-Kreislauferkrankungen und Geschlechterforschung in der Medizin. Kontraindiziert sei eine Schwangerschaft bei Frauen mit schwerem Lungenhochdruck, schwerer Herzinsuffizienz, schweren Aorten- und Mitralfehlern oder einem Marfansyndrom mit signifikanter Aufweitung der Aorta aszendenz.

Frauen, die schwanger sind oder werden wollen, rät Regitz-Zagrosek generell dazu, ihr Risiko für Herzerkrankungen gemeinsam mit ihrem Arzt abzuschätzen. Dazu gehöre die Überlegung, ob bereits Herzerkrankungen bekannt sind, ob ein Bluthochdruck besteht, eine Stoffwechselstörung wie Diabetes vorliegt oder ob in der Familie eine vererbbare Herzerkrankung festgestellt wurde. Besonders Patientinnen unter 16 Jahren oder Patientinnen über 35 Jahren, so Regitz-Zagrosek, hätten ein erhöhtes Risiko, im Laufe einer Schwangerschaft Blutdruckkomplikationen oder eine Präeklampsie zu entwickeln ebenso wie Patientinnen mit Mehrlings-Schwangerschaften, chronischer Hypertonie, mit Diabetes oder deutlichem Übergewicht.

Den vollständigen Text der neuen Leitlinie "Herzerkrankungen in der Schwangerschaft" finden Sie auf der Homepage der DGK www.dgk.org unter "Leitlinien".

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    25.10.2008

    12th Biennial Meeting of the International Gynecologic Cancer Society mehr

Kurzmeldungen
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    05.03.2008 (dpa) - In Bayern werden jeden Tag durchschnittlich 36 Ungeborene abgetrieben. Das geht aus der Statistik der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland hervor, die das Statistische Bundesamt jetzt veröffentlichte. Danach gab es iim Freistaat im vergangenen Jahr insgesamt 13 364 Abbrüche. Diese Zahl lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahres; 2006 waren es 13 593 Abtreibungen in Bayern. Seit 2001 mit noch 16 464 Aborten ging die Zahl dort jedoch kontinuierlich zurück. Dies entspricht auch dem Bundestrend. Im vergangenen Jahr kamen auf 1000 Geburten in Bayern 127 Abtreibungen.

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    10.01.2008 (MedCon/idw) - Das DIMDI hat die Version 2008 der Alpha-ID veröffentlicht. Diese Identifikationsnummer für Diagnosen spezifiziert als fortlaufende Nummer die Einträge des Alphabetischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. Damit können die Kodes beim elektronischen Datenaustausch zur Dokumentation, Auswertung und Übermittlung von Diagnosen eingesetzt werden. Beispielsweise sind in der Alpha-ID Version 2008 neue Begriffe zu Arzneimittelallergien enthalten, mit denen diese nun präzise kodiert und statistisch ausgewertet werden können.

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    16.11.2007 (MedCon/ek) - Seit kurzem haben Leser der Gynäkologischen Nachrichten die Möglichkeit, ihre Praxis oder ihre Frauenklinik in der monatlich alternierenden Rubrik "Klinik bzw. Praxis des Monats" zu präsentieren. Interesse? Dann nehmen Sie doch mal Kontakt mit der Redaktion auf unter: ek@biermann.net oder telefonisch 02236/376 440.

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    12.10.2007 (dpa) - In den Koblenzer Kliniken Marienhof und Kemperhof können Frauen ihre Kinder künftig anonym zur Welt bringen. Eine Vereinbarung, die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz, zwischen beiden Krankenhäusern, dem Sozialdienst katholischer Frauen und der Stadt wurde gestern unterzeichnet. Ziel sei es, Gefahren für das Neugeborene und die Mutter bei der Geburt auszuschließen. 2006 wurden bundesweit 32 Kinder ausgesetzt - nur acht Kinder überlebten.

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    28.09.2007 (dpa/bb) - Zur Versorgung Frühgeborener hat die Berliner Charité medizinische Geräte im Neuwert von 200 000 Euro an eine Klinik in Usbekistan gespendet. Das Republikanische Perinatalzentrum in Taschkent behandle früh- und neugeborene Kinder mit lebensbedrohlichen Fehlbildungen, teilte die Charité am Donnerstag mit. Dafür fehlten ihr jedoch viele Spezialgeräte. Der Direktor der Charité-Klinik für Neonatologie, Roland Wauer, sammelte Inkubatoren, Wärmebetten, Monitore und Beatmungsgeräte, die in Berlin nicht mehr gebraucht werden. Diese Geräte seien bereits mit Hilfe der Usbekischen Botschaft nach Taschkent geflogen worden, hieß es.

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    Geburtskliniken in Tschechien stoßen an ihre Grenzen


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