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Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Foto: unicef
Foto: unicef

05.02.2010 – KÖLN (BIERMANN) – Alle 11 Sekunden wird ein Mädchen weltweit an ihren Genitalien verstümmelt. Jedes Jahr kommen etwa drei Millionen Mädchen und Frauen hinzu. Nach Schätzungen der WHO gibt es bis zu 150 Millionen Betroffene weltweit. In Deutschland sind 5000 Mädchen davon bedroht. Ein Runder Tisch in Berlin erinnert an das Verbrechen.

Diese Menschenrechtsverletzungen geschehen mitten in Deutschland, teilweise unter Beteiligung medizinischen Personals oder im Heimatland der Eltern der Mädchen während einer "harmlosen" Urlaubsreise.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Genitalverstümmelung möchte der Runde Tisch "STOPP FGM in Berlin / Brandenburg" an diese Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen erinnern und politische Entscheidungsträger auffordern, ihre Bemühungen um den Schutz von Betroffenen zu verstärken und AkteurInnen zu unterstützen. Eine Arbeitsgruppe auf Bundesebene hat zum zweiten Mal in Bonn getagt. Bund und Länder sind aufgerufen, ein nationales Programm mit geeigneten Maßnahmen zu entwickeln und an den Erfahrungen anderer Länder wie Schweiz oder Frankreich anzuknüpfen.

Es ist an der Zeit, dass auch in Deutschland Prävention ernst genommen und medizinische Versorgung gesichert und finanziert wird. Der Runde Tisch "STOPP FGM in Berlin / Brandenburg" wurde im Herbst 2009 durch das Berliner Familienplanungszentrum - BALANCE initiiert und unter aktiver Beteiligung von zahlreichen VertreterInnen aus Verwaltung, freien Trägern, Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen gegründet.

Als Patin für den Runden Tisch konnte Sherry Hormann, die Regisseurin des erfolgreichen Kinofilms "Wüstenblume", gewonnen werden. Der Runde Tisch tagt halbjährlich und arbeitet zwischenzeitlich aktiv in themenspezifischen Arbeitsgruppen. Im Fokus stehen Aspekte wie der Zugang zu Betroffenen und deren Communities; kultursensible Aufklärung und adäquate
Prävention; Sensibilisierung von Fachkräften sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie
Strafbarkeit und Sanktionierung bei weiblicher Genitalverstümmelung.

Detaillierte Informationen und Termine unter der Webseite www.fpz-berlin.de.

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