– BERLIN (MedCon/sw) – Die Finanzsituation vieler Krankenhäuser spitze sich zu, heißt es aus den Reihen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Die Vereinigung gehört zum Aktionsbündnis zur Rettung der Krankenhäuser, das am 25. August in Berlin zur großen finalen Demonstration aufruft.
Ein Drittel der Kliniken kämpfe ums nackte Überleben und den Krankenkassen falle nichts Besseres ein, als nach Rabattverträgen und Dumpingpreisen zu rufen, heißt es beispielsweise bei der Bundesärztekammer. Wenn jetzt nicht langsam Schluss gemacht werde mit dem Kaputtsparen der Krankenhäuser, stehe die flächendeckende Versorgung vor dem Aus. So kommentierte Rudolf Henke, Vorsitzender der Krankenhausgremien der Bundesärztekammer, die Forderungen des GKV-Spitzenverbandes nach einem stärkeren Preiswettbewerb zwischen den Krankenhäusern vor einigen Wochen.
Die Kliniken stehen schon lange mit dem Rücken zur Wand. Wegen der angespannten Finanzsituation der meisten Häuser hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) ihre Mitglieder zu einer finalen Demonstration am 25. September in Berlin aufgerufen. Zuvor wurde bereits an drei lokalen Standorten auf das Großereignis eingestimmt.
Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten droht jeder dritten Klinik die Insolvenz (wir berichteten). Dass sich an den Protesten nicht nur Ärzte, sondern auch die Bundesärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA), der Pflegerat, der Deutsche Beamtenbund und die Gewerkschaft ver.di beteiligten, ist in der Geschichte einmalig. "Hätte mir vor zwei Jahren noch jemand erzählt, dass wir gemeinsam mit dem VKA Seite an Seite demonstrieren, hätte ich ihm das sicher nicht geglaubt", sagte der Sprecher des Marburger Bundes, Athanasios Drougias, mit Blick auf die vergangenen Vertragsverhandlungen im Gespräch mit der MedCon-Redaktion.
Weitere Aktionen sind nach Angaben des Marburger Bundes zunächst nicht geplant. "Wir warten erst einmal ab. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte ja schon erste Signale gesetzt. Jetzt gilt es, zu schauen, was sich genau dahinter verbirgt", so Drougias abschließend.
MAGDEBURG (dpa) - Nach guten Erfahrungen mit Familienhebammen will Sachsen-Anhalts Sozialministerin Gerlinde Kuppe (SPD) das im Jahr 2006 gestartete Projekt ausweiten. «Die Arbeit der bisher 32 Familienhebammen verläuft sehr gut. Wir sind auf dem richtigen Weg, in Sachsen-Anhalt ein flächendeckendes Netz zum Schutz und Wohl kleiner Kinder aufzubauen», sagte Kuppe anläßlich des 5. Landespräventionstags in Magdeburg. Sie rief deshalb die Hebammen im Land auf, sich als Familienhebamme zu qualifizieren. Bisher wurden mehr als 600 Familien von Hebammen betreut. Die Frauen kommen in Familien, die etwa Suchtprobleme haben oder in Armut leben, um bei der Erziehung von Kindern zu helfen.
DÜREN (dpa) - Sie können nicht sehen, aber dafür besser fühlen: Sechs sehbehinderte Frauen wurden bundesweit erstmals zu medizinischen Brusttasterinnen ausgebildet. «Es ist eine Chance, aus meiner Behinderung eine Begabung zu machen», sagte Jeanette Bittner am Sonntag in Düren. Wie ihre Kolleginnen hat sie bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Die blinden Tasterinnen sind gefragt. Mit ihrem überdurchschnittlich ausgeprägte Tastsinn lässt sich Brustkrebs schon in einem frühen Stadium erkennen. Die neunmonatige Ausbildung zur Medizinische Tastuntersucherin bietet das Berufsförderungswerk Düren an.
Angesichts der jüngsten Fälle von Kindstötungen in Sachsen hat Sozialministerin Helma Orosz (CDU) auf vielfältige Unterstützungsangebote für werdende Mütter verwiesen. Ärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen und Jugendämter könnten Hilfe vermitteln. Vor zweieinhalb Wochen war in einer Müllsortieranlage in Wiesenbad eine Babyleiche entdeckt worden. Am vergangenen Wochenende wurde in einem Straßengraben bei Frauenhain ein totes Neugeborenes gefunden.
03.03.2008 (MedCon/ek) - Zusammen mit der Weltgesundheitsbehörde haben zehn UN-Unterorganisationen der Gentitalverstümmelung, der - Schätzungen nach - drei Millionen Mädchen im Jahr vor allem in Afrika unterzogen werden, den Kampf angesagt. Bis 2015 will man diese, in manchen Kulturen bestehende Tradition drastisch zurückgedrängt haben. Genitalverstümmelung sei ein massiver Angriff auf die Gesundheit der Frauen und ihres möglichen Nachwuchs, hieß es; die Haltungsveränderungen gegenüber dieser Praxis müssten aber aus den Gesellschaften selbst kommen.
17.1.2008 (dpa/MedCon) - Das Projekt Familienhebammen beginnt sich in Mecklenburg-Vorpommern als Frühwarnsystem zu etablieren. Dies sei eine hervorragende Möglichkeit, werdende Eltern bereits in der Schwangerschaft zur Seite zu stehen, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Margret Seemann. Dem Modell nach, für das LandesSozial- und Bauministerium landesweit jeweils 200 000 Euro bereitstellen, besuchen speziell ausgebildete Sozialarbeiter werdende Mütter, um Vernachlässigungen von Kindern zu vermeiden bzw. diese frühzeitig zu erkennen. Auch die DGPM hatte solch ein Frühwarnsystem auf ihrem Berliner Kongress angeregt.