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Brustkrebs: Onkoplastische Chirurgie breitet sich aus

Die Rekonstruktion der Brust bietet sich bereits bei der Entfermung eines Tumors an (Foto: dpa)
Die Rekonstruktion der Brust bietet sich bereits bei der Entfermung eines Tumors an (Foto: dpa)

21.07.2008 – WASHINGTON (MedCon/ur) – Operationen, bei denen gleichzeitig ein Tumor entfernt und die Brust rekonstruiert wird, etablieren sich in den Vereinigten Staaten. Eine Ursache sei der "Ausverkauf" der plastischen Chirurgen, die mit kosmetischen Operationen weit mehr Geld verdienen, berichtet das Wall Street Journal.

Patientinnen profitieren von der "all-inclusive-Operation" mehrfach: Sie sind weniger Risiken durch Folge-Operationen ausgesetzt und sie erholen sich körperlich und seelisch schneller von der Brustkrebs-Erkrankung. Die Kombination der Tumor-Chirurgie mit kosmetischen Techniken eignet sich vor allem bei frühen Brustkrebsstadien, bei denen Brust erhaltend operiert wird.

Bei herkömmlichen Techniken macht der Chirurg einen einfachen Schnitt und räumt das Tumorgewebe aus. Als Folge kann sich an dieser Stelle eine unschöne Delle bilden. In der onkoplastischen Chirurgie werden dagegen keilförmige Schnitte gesetzt. Diese verkleinern die Brust leicht, heben sie aber gleichzeitig an und bewirken eine natürliche Form. Auch bei einer Entfernung der Brust können Vorbereitungen für eine spätere Rekonstruktion getroffen werden.

In den Vereinigten Staaten besteht bereits ein Mangel an plastischen Chirurgen, die Brust-Rekonstruktionen nach Krebserkrankungen vornehmen, vor allem in ländlichen Gebieten und mittelgroßen Städten. In den letzten sieben Jahren sank die Zahl dieser Eingriffe um 29 Prozent. Die American Society of Plastic Surgeons betrachtet dies unter anderem als Folge der geringen Kostenerstattung von Seiten der Versicherungen.

Plastische Chirurgen sind "ausverkauft, weil sie 1 000 Dollar für eine Rekonstruktion bekommen. Stattdessen können sie vier Brustvergrößerungen für jeweils 5 000 Dollar oder mehr machen", sagt der Brustchirurg Michael Cross aus Fayetteville, Arkansas. Ein rekonstruierender Eingriff brauche zudem mehr Zeit als ein rein kosmetischer Eingriff.

Daher fördert die American Society of Breast Surgeons seit 2005 onkoplastische Einführungskurse. Wochenend- oder Drei-Tages-Kurse bietet auch die American Society of Breast Disease. Die Anbieter geben jedoch zu, dass komplizierte Eingriffe mehr Training bedürfen. Dazu zählt etwa das Einsetzen von Implantaten.

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