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In Bayern werden Gynäkologen nach Leistung bezahlt

Mehr Geld für gute Leistungen winkt den Ärzten (Foto: pixelio/bbroiango)
Mehr Geld für gute Leistungen winkt den Ärzten (Foto: pixelio/bbroiango)

03.07.2008 – MÜNCHEN (MedCon/ms) – Die Betriebskrankenkassen (BKK) in Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) starten nun eine Qualitätsinitiative, bei der Fachärzte in 40 Programmen leistungsorientiert bezahlt werden.

Damit steigen die KVB und die BKK erstmals in Deutschland in die vieldiskutierte leistungsorientierte Vergütung für Ärzte („pay for performance“) ein. Die Vereinbarung soll dafür Sorge tragen, dass die Ärzte, die die hohe Qualität ihrer Versorgung nachweisen, einen Honorarzuschlag erhalten. Ärzte, die unterhalb der definierten Qualitätsstandards arbeiten, werden weniger Geld für diese Leistungen bekommen.

"Diese hier eingesparten Mittel kommen den Ärzten zugute, die unsere Qualitätsanforderungen erfüllen", erläuterte Prof. Jörg Saatkamp, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern, und führte aus: "Die Kostenneutralität ist für uns die oberste Prämisse. Wir wollen mit den vorhandenen Mitteln mehr Qualität für die ambulante Versorgung der BKK-Versicherten in Bayern einfordern."

Laut dem KVB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Axel Munte ist die Voraussetzung für diese Qualitätsprogramme eine Initiative der KVB, durch die auch nach Einführung des Gesundheitsfonds regionale Qualitätsprogramme möglich sind. Der § 136 SGB V, Abs. 4 „ermöglicht es uns, auch weiter mit den Krankenkassen auf regionaler Ebene Qualitätsprogramme für eine bestmögliche Patientenversorgung durchzuführen, ohne auf ein Plazet der Bundesebene angewiesen zu sein“, sagte Munte heute bei der Vorstellung der Qualitätsinitiative. „Einer der zentralen Gründe, mit denen wir die Gesetzgebung von diesem Paragraphen überzeugen konnten, sind unsere ... erfolgreichen Programme zur Mammographie und Koloskopie.“

Die "Qualitätsinitiative fachärztliche Versorgung" beginnt mit zwei Programmen: dem Qualitätsmanagement bei ausgewählten ambulanten Operationen und der elektronisch dokumentierten Sonographie im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge. In den nächsten Monaten sollen in Bayern nacheinander alle weiteren Qualitätsprogramme in 15 unterschiedlichen Fachrichtungen angeboten werden. Fortgeführt wird die Initiative unter anderem mit einem Programm, an dem nur jene Ärzte teilnehmen können, die ihre Fachkompetenz für Ultraschalluntersuchungen von werdenden Müttern nachgewiesen haben und die dafür aktuelle Geräte einsetzen.

Nach Auskunft von KVB-Pressereferentin Susanne Weckmann sollen bis Jahresende ähnliche Verträge mit allen Krankenkassen abgeschlossen sein. Logisch: Je mehr Krankenkassen an den Programmen teilnehmen, desto mehr lohnt sich für einen Arzt eine Aufrüstung seiner Praxis. Bundesweit habe die KVB aber Vorreiterfunktion, bestätigte Weckmann der MedCon-Redaktion. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Köhler, sei informiert, es gebe aber noch keine entsprechenden Gespräche auf Bundesebene.

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