– KÖLN (MedCon/ms) – Die Gründung des Spitzenverbands der Deutschen Fachärzte (SDF) ist vorerst gescheitert. Die geplante Gründungsversammlung am 5. Juli in Berlin wurde abgesagt.
Es war alles so schön vorbereitet. 19 fachärztliche Berufsverbände hatten Ende April eine Satzung ausgearbeitet, und mit Dr. Helmut Altland, dem Vorsitzenden des Berufsverbandes der Deutschen Radiologen (BDR), war bereits ein „Gründungsvater“ benannt. Endlich sollten die Fachärzte eine den Hausärzten ebenbürtige Vertretung bekommen – eine Aufgabe, die die bisherigen Verbände nach Ansicht vieler Fachärzte nur unzureichend erfüllen konnten.
In einem Schreiben vom 23. Juni, das der MedCon-Redaktion vorliegt, sagten die Errichtungsbeauftragten, Dr. Altland und Dr. Herbert Menzel, Vorsitzender des Berufsverbands der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (BPM), die Versammlung jetzt kurzfristig ab, „da aufgrund der eingegangenen Rückmeldungen anscheinend erneut erheblicher Diskussionsbedarf aus Sicht der meisten Berufsverbände besteht“.
Die Autoren finden „die abwartende Haltung und erneute Aufforderung zu Grundsatzdiskussionen schwer verständlich“ und schließen resigniert: „Es ist derzeit kaum erkennbar, wie sich in Zukunft eine durch das Sozialgesetzbuch und die Muster-WBO definierte Fachärzteschaft gemeinsam und effektiv präsentieren will.“
Aus dem Schreiben sprechen Unmut und Enttäuschung: „Das taktische Verhalten einiger Verbandsvorsitzender, die auch in der Gemeinschaft der Fachärztlichen Berufsverbände (GFB), dem Deutschen Facharztverband (DFV) oder der sogenannten Potsdamer/Berliner Runde präsent sind, offenbart Beweggründe“, heißt es verklausuliert. Schlimmer noch: „Andere Verbände beobachten die Entwicklung mit Kritik, Bedauern und partiell wahrscheinlich auch mit Genugtuung.“
Auf Widerstand war der neue Spitzenverband anfangs vor allem beim Bund Deutscher Internisten (BDI), mit 25.000 Mitgliedern der größte unter den fachärztlichen Berufsverbänden, und beim Bund Deutscher Chirurgen (BDC) gestoßen (wir berichteten).
Immerhin: Durch die Absage haben die Errichtungsbeauftragten ein peinliches Scheitern der Gründung am 5. Juli vor versammelter Presse und Ärzteschaft verhindert. Trotzdem geben Altland und Menzel die Hoffnung nicht ganz auf: Im September wollen sie „gegebenenfalls“ erneut zu einer „Diskussions-/Gründungsversammlung“ einladen.
12th Biennial Meeting of the International Gynecologic Cancer Society mehr
22.07.2008 (Reuters) - Gängige Verhütungsmethoden wie Spirale und Pille sollen nach Plänen der US-amerikanischen Regierung als Abtreibungen definiert werden. Damit würden etwa Kliniken, die Verhütungsmittel anbieten, keine staatlichen Gelder mehr bekommen. Ex-Präsidentschafts-Kandidatin Hillary Clinton bezeichnete die Pläne als "überflüssige Verunglimpfung" von Frauen und stellte sich an die Spitze des Widerstands. Auf ihrer Website www.hillpac.com sammelt sie Unterschriften gegen die "radikale, ideologische Agenda, die Uhren zurückstellen will".
Angesichts der jüngsten Fälle von Kindstötungen in Sachsen hat Sozialministerin Helma Orosz (CDU) auf vielfältige Unterstützungsangebote für werdende Mütter verwiesen. Ärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen und Jugendämter könnten Hilfe vermitteln. Vor zweieinhalb Wochen war in einer Müllsortieranlage in Wiesenbad eine Babyleiche entdeckt worden. Am vergangenen Wochenende wurde in einem Straßengraben bei Frauenhain ein totes Neugeborenes gefunden.
03.03.2008 (MedCon/ek) - Zusammen mit der Weltgesundheitsbehörde haben zehn UN-Unterorganisationen der Gentitalverstümmelung, der - Schätzungen nach - drei Millionen Mädchen im Jahr vor allem in Afrika unterzogen werden, den Kampf angesagt. Bis 2015 will man diese, in manchen Kulturen bestehende Tradition drastisch zurückgedrängt haben. Genitalverstümmelung sei ein massiver Angriff auf die Gesundheit der Frauen und ihres möglichen Nachwuchs, hieß es; die Haltungsveränderungen gegenüber dieser Praxis müssten aber aus den Gesellschaften selbst kommen.
17.1.2008 (dpa/MedCon) - Das Projekt Familienhebammen beginnt sich in Mecklenburg-Vorpommern als Frühwarnsystem zu etablieren. Dies sei eine hervorragende Möglichkeit, werdende Eltern bereits in der Schwangerschaft zur Seite zu stehen, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Margret Seemann. Dem Modell nach, für das LandesSozial- und Bauministerium landesweit jeweils 200 000 Euro bereitstellen, besuchen speziell ausgebildete Sozialarbeiter werdende Mütter, um Vernachlässigungen von Kindern zu vermeiden bzw. diese frühzeitig zu erkennen. Auch die DGPM hatte solch ein Frühwarnsystem auf ihrem Berliner Kongress angeregt.