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Wofür Zentren in der Frauenheilkunde gut sind

18.09.2008 – HAMBURG (MedCon) – In bestimmten Bereichen der Medizin ist besonders viel Erfahrung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ebenso notwendig wie modernste apparative Ausstattung, um Patienten eine umfassende Betreuung von höchster Qualität zukommen lassen zu können. Dies gilt gerade auch für die gynäkologische Spezialversorgung. Für verschiedene Krankheiten, beispielsweise Brustkrebs, sind solche Zentren ebenso erfolgreich eingerichtet worden wie etwa für Risikogeburten. Allerdings gibt es noch Probleme, etwa bei der Qualifizierung und Finanzierung.

Auch für Gynäkologie und Geburtshilfe habe sich in den vergangenen Jahren viel geändert, erklärte Prof. Matthias W. Beckmann von der frauenklinik am Universitätsklinikum Erlangen im Rahmen des DGGG-Kongresses in Hamburg Dazu gehörten die Einführung neuer Strukturen, etwa des DRG-Systems, eine neuen Weiterbildungsordnung für Ärzte sowie das Wettbewerbsstärkungsgesetz der gesetzlichen Krankenkassen. Darüber hinaus wünschen Patientinnen und Selbsthilfegruppen zu Recht mehr Mitbestimmung, was ebenso die Zentralisierung der Angebote in spezialisierten Einrichtungen fördert.

Zentrumsbildung erstreckt sich auf alle Bereiche der Frauenheilkunde von spezieller Geburtshilfe über Schwerpunktbereiche wie Uro-Gynäkologie oder Endometriose-Behandlung bis zur gynäkologischen Krebsbehandlung. Ärzte aus verschiedenen Disziplinen sowie andere Fachleute arbeiten in solchen Zentren zusammen.

So sind im Jahr 2004 die ersten Brust(Krebs)zentren entstanden. Inzwischen gibt es 167 zertifizierte Mammazentren. Von den über 57.000 Frauen, die pro Jahr neu an einem Brustkrebs erkranken, wird derzeit ungefähr die Hälfte in zertifizierten Zentren versorgt. Unter Hinzuzählung der 80 durch das Sozialministerium in Nordrhein-Westfalen definierten Brustzentren kann man davon ausgehen, dass rund 85 Prozent der Patientinnen mit der Erstdiagnose Mammakarzinom in entweder zertifizierten oder in akkreditierten Struktureinheiten versorgt werden.

Ein Problem ist aber, ob die angemeldeten Zentren auch so viele Fälle behandeln, dass sie die notwenige Erfahrung aufweisen können. Solche Mindestmengen werden von den Fachgesellschaften als nicht der einzige, aber als ein wichtiger Teil der Qualifikation angesehen. Nach den Daten der Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung (BQS) für das Jahr 2007 können von 1.046 meldenden Krankenhäuser mit der Diagnose "invasives Mammakarzinom" nur 146 Häuser mehr als 100 Fälle aufweisen.

Der Gesetzgeber hat bei den Einrichtungen, die das Mammographie-Screening durchführen, nicht darauf geachtet, dass sie direkt an zertifizierten Zentren angebunden sein sollten. Um nach einer Brustkrebs-Diagnose die Behandlung in bestmöglicher Qualität zu gewährleisten, sollte dies nachgeholt werden.

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